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Die “neue Seidenstraße” Chinas trifft in Zentralasien auf eine vielen Rußlanddeutschen bekannte Region

Rußland stieß im Laufe des 19. Jahrhunderts in mehreren Etappen nach Zentralasien vor; mit einiger Mühe konnte dieses im Norden von Afghanistan gelegene Gebiet befriedet werden. Nach dem Angriff des Dritten Reiches auf die Sowjetunion (SU) wurden die Rußlanddeutschen westlich des Urals nach Zentralasien zwangsdeportiert.
Durch die nach der Implosion der SU entstandenen zentralasiatischen Staaten – Kasachstan, Usbekistan, Kirgisistan und Tadschikistan – führte vor Jahrhunderten die legendäre Seidenstraße. Diese war – auch wenn vorwiegend nur als Etappengebiet genutzt – für die Region ein wirtschaftlicher Segen. Das expandierende Osmanische Reich setzte diesem wirtschaftlichem Wohlstand ein Ende: Der Warenaustausch in beiden Richtungen versiegte: Der Westen mußte mühevoll einen Seehandel nach Indien, China und Japan aufbauen.
Das kommunistische „Reich der Mitte“ war sich – nachdem man sich zur verlängerten Werkbank der ganzen Welt hochwirtschaftete – der Bedeutung des Landwegs durch Zentralasien schon immer bewußt, denn der Seeweg um Indien und Afrika herum war und ist nicht nur wesentlich länger, sondern vor allem – durch die Präsenz der amerikanischen Flotten – auch vulnerabler.
Wie die nördlich verlaufende Transsibirische Bahn wird seit einem guten Jahrzehnt das Ziel „Neue Seidenstraße“ – von Schanghai bis Duisburg bzw. Rotterdam zu einem Prestigeprojekt und wird in China generalstaatsmäßig angegangen: Für die einst unterentwickelte Provinz Gansu (Kansu) mit der in Mitte einer Steinwüste gelegenen Provinzhauptstadt Lanzhou (Lantschou) wurde vor Jahren das Konzept eines Wirtschaftsgürtels der Seidenstraße entwickelt. Für die Anrainer der neuen Trasse legten China extra einen „Fond der Seidenstraße“ auf.
Wie ernst es der Volksrepublik mit dem Projekt Neue Seidenstraße ist, demonstrierte Xi Jinping bereits 2014 anläßlich seines Deutschlandbesuchs: In Duisburg begrüßte er den ersten Zug aus China: Dem zügigem Ausbau der Strecke können die EU-Mitglieder als Zaungäste folgen; Stuttgart-21 läßt grüßen.
Herbert Karl

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