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		<title>Den Deutschen Orden an Warschau ausliefern</title>
		<link>https://vadm-afd.de/2026/02/04/den-deutschen-orden-an-warschau-ausliefern/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Herbert Karl]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 04 Feb 2026 16:45:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Rückgabe von angeblichem Raubgut &#160; Dezember 2025 Klammheimlich rückt das Auswärtige Amt Dokumente des Ordensstaates an Polen heraus, das diese als „Rückgabe von Raubgut“ feiert. Doch zeigt ein Blick in die Geschichte, daß die Sache etwas anders liegt. Deutsches Kulturgut, 800 Jahre alt. Das hat Bundeskanzler Friedrich Merz vergangenen Montag verschenkt. Anläßlich der 17. deutsch-polnischen <a class="more-link" href="https://vadm-afd.de/2026/02/04/den-deutschen-orden-an-warschau-ausliefern/">Weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Rückgabe von angeblichem Raubgut</p>
<p><a href="https://vadm-afd.de/wp-content/uploads/2026/02/Dt-Orden-JF-Dez2015.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-1674" src="https://vadm-afd.de/wp-content/uploads/2026/02/Dt-Orden-JF-Dez2015-300x197.jpg" alt="" width="300" height="197" srcset="https://vadm-afd.de/wp-content/uploads/2026/02/Dt-Orden-JF-Dez2015-300x197.jpg 300w, https://vadm-afd.de/wp-content/uploads/2026/02/Dt-Orden-JF-Dez2015-1024x674.jpg 1024w, https://vadm-afd.de/wp-content/uploads/2026/02/Dt-Orden-JF-Dez2015-768x505.jpg 768w, https://vadm-afd.de/wp-content/uploads/2026/02/Dt-Orden-JF-Dez2015-830x546.jpg 830w, https://vadm-afd.de/wp-content/uploads/2026/02/Dt-Orden-JF-Dez2015-230x151.jpg 230w, https://vadm-afd.de/wp-content/uploads/2026/02/Dt-Orden-JF-Dez2015-350x230.jpg 350w, https://vadm-afd.de/wp-content/uploads/2026/02/Dt-Orden-JF-Dez2015-480x316.jpg 480w, https://vadm-afd.de/wp-content/uploads/2026/02/Dt-Orden-JF-Dez2015.jpg 1369w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
<ol start="14">
<li><em><a href="https://jungefreiheit.de/2025/12/14/"> Dezember 2025</a>
<p></em><em>Klammheimlich rückt das Auswärtige Amt Dokumente des Ordensstaates an Polen heraus, das diese als „Rückgabe von Raubgut“ feiert. Doch zeigt ein Blick in die Geschichte, daß die Sache etwas anders liegt.</p>
<p></em>Deutsches Kulturgut, 800 Jahre alt. Das hat Bundeskanzler Friedrich Merz vergangenen Montag verschenkt. Anläßlich der 17. deutsch-polnischen Regierungskonsultationen konnte Donald Tusk schwer bepackt wieder nach Hause reisen. Doch nicht nur die Verschleuderung deutschen Kulturgutes entsetzt. Sondern die Tatsache, daß die Stiftung Preußischer Kulturbesitz sich in Schweigen hüllt.</p>
<p>„Deutschland will Polen mehrere geraubte Kulturgüter zurückgeben, darunter wertvolle Ordensarchive und eine mittelalterliche Skulptur“, berichtet am 30. November um 18.14 Uhr Polskiradio. Eine deutsche Reaktion ist erst 23 Stunden später, kurz nach der Übergabe zu lesen: „Ich freue mich sehr, daß wir diese wertvollen Urkunden nach einer Entscheidung des Stiftungsrates heute an Polen übergeben konnten“, läßt sich Marion Ackermann, die skandalumwitterte neue Präsidentin der Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK) – in ihre Amtszeit in Dresden fielen der Diebstahl im Grünen Gewölbe, Umbenennung von Kunstwerken wegen angeblichem Rassismus, einem Betrüger wurden 40.000 Euro übergeben etc. –, in einer Pressemitteilung zitieren.</p>
<p>Konkret geht es um 73 Manuskripte des Deutschen Ordens, die 1941 aus dem „Archiwum Główne Akt Dawnych“ (Hauptarchiv alter Akten) von deutschen Archivaren, nicht „von Nazi-Soldaten“, wie der <em>Spiegel </em>falsch berichtet, in Warschau entnommen wurden. Darüber hinaus um den Kopf des heiligen Jacobus des Älteren aus der Kapelle der Marienburg in Westpreußen. Er war in den 1950er Jahren vom Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg auf dem Kunstmarkt eingekauft worden.</p>
<p><strong>Ordensgebiet wurde weltliches Fürstentum</p>
<p></strong>Die Dokumente stammen aus den Jahren 1215 bis 1455 und betreffen überwiegend die Beziehungen zwischen Polen und dem Ordensstaat, weiß Polskiradio. In der Universität Hamburg, in der Abteilung für Landesgeschichte ist zu erfahren, daß der Bestand aus dem Hauptarchiv Alter Akten in Warschau zwar „einige den Orden betreffende, aber aus der Kanzlei des polnischen Königtums hervorgegangene Stücke enthält, die im Laufe der wechselvollen Geschichte der Bestände im Archivzusammenhang erhalten blieben.“ Wieder falsch!</p>
<p>1525, nach dem Frieden von Krakau, wandelt der letzte Hochmeister in Preußen, Albrecht von Brandenburg-Ansbach, das Gebiet des Deutschen Ordens in ein weltliches erbliches Fürstentum um. Im Zuge dieser Umwandlung erkennt Herzog Albrecht für Preußen gezwungenermaßen die Lehnshoheit der Krone Polens, seines eigenen Onkels, an. Nach damaliger Rechtsauffassung mußten Urkunden des Unterlegenen in den Besitz des Siegers übergehen. Die 74 Dokumente, eines ist im Laufe der Jahre verschollen, lagern erst in Krakau, dann in Warschau. Doch mit den Verträgen von Wehlau und Bromberg 1657 und dem von Oliva 1660 beendet der Große Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg die Lehensabhängigkeit von Polen. Allerdings geben die nicht, was sie hätten tun müssen, die Urkunden wieder heraus. Ein Faktum, das die aktuelle SPK-Pressemitteilung nicht erwähnt.</p>
<p><strong>Urkunden seien in Warschau an angestemmten Platz<br />
</strong><br />
Die Dokumente werden erst 1941 durch die deutschen Archivare aus dem polnischen Kronarchiv in Warschau abgeholt und zurück nach Königsberg gebracht. 1944 reisen sie nach Westen, kommen bis 1979 nach Göttingen, wo intensiv an ihnen geforscht wird. Doch aus politischen Gründen wollen die Niedersachsen sie nicht, geben sie nach Berlin.</p>
<p>Ulrike Höroldt, Direktorin des Geheimen Staatsarchivs Preußischer Kulturbesitz, freut sich, wie ihre Kollegin Ackermann. Und jubiliert, daß „die Urkunden wieder an ihren angestammten Platz im Warschauer Hauptarchiv Alter Akten zurückkehren“. Aktuell hat das Geheime Staatsarchiv übrigens gerade 600 Meter Akten der Königsberger Bestände gesperrt, aus Platzmangel im Zuge der ab 2026 folgenden Magazinrenovierung.</p>
<p><em>von Martina Meckelein<br />
</em><br />
<em>Quelle: </em><em><a href="https://jungefreiheit.de/wissen/geschichte/2025/den-deutschen-orden-an-warschau-ausliefern/">https://jungefreiheit.de/wissen/geschichte/2025/den-deutschen-orden-an-warschau-ausliefern/</a></em></li>
</ol>
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			</item>
		<item>
		<title>Katholische Kirche in Rußland: Deutscher Jesuit Lipke ist Weihbischof geworden</title>
		<link>https://vadm-afd.de/2025/06/19/katholische-kirche-in-russland-deutscher-jesuit-lipke-ist-weihbischof-geworden/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Herbert Karl]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 19 Jun 2025 14:30:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Am Sonntag, dem 2. Februar, wurde der deutsche Philosoph und Jesuit Prof. Dr. Stephan Lipke in der Kathedrale der Verklärung in Nowosibirsk zum Bischof geweiht. Papst Franziskus hatte den Pater am 12. September 2024 zum Weihbischof der Diözese Nowosibirsk ernannt. Das russische Bistum wird von Bischof Joseph Werth geleitet, der seit der Erneuerung der katholischen <a class="more-link" href="https://vadm-afd.de/2025/06/19/katholische-kirche-in-russland-deutscher-jesuit-lipke-ist-weihbischof-geworden/">Weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://vadm-afd.de/wp-content/uploads/2025/06/Nowosibirsk_2025.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1646" src="https://vadm-afd.de/wp-content/uploads/2025/06/Nowosibirsk_2025.jpg" alt="" width="300" height="196" srcset="https://vadm-afd.de/wp-content/uploads/2025/06/Nowosibirsk_2025.jpg 300w, https://vadm-afd.de/wp-content/uploads/2025/06/Nowosibirsk_2025-230x150.jpg 230w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></p>
<p>Am Sonntag, dem 2. Februar, wurde der deutsche Philosoph und Jesuit Prof. Dr. Stephan Lipke in der Kathedrale der Verklärung in Nowosibirsk zum Bischof geweiht.</p>
<p>Papst Franziskus hatte den Pater am 12. September 2024 zum Weihbischof der Diözese Nowosibirsk ernannt. Das russische Bistum wird von Bischof Joseph Werth geleitet, der seit der Erneuerung der katholischen Strukturen in Russland im Jahr 1991 im Amt ist.</p>
<p>Seit 17 Jahren ist Pater Stephan Lipke als Missionar in Russland tätig. Seit 2020 ist er Generalsekretär der katholischen Bischofskonferenz der Russischen Föderation.</p>
<p>In Moskau ist Pater Lipke auch für viele Orthodoxe und Protestanten eine wichtige Bezugsperson.</p>
<p>Neben der Lehrtätigkeit an verschiedenen Universitäten ist Pater Stephan Lipke in den Moskauer Jahren mit den katholischen Gemeinden betraut worden, die sich hauptsächlich aus philippinischen Gastarbeitern und Studenten aus verschiedenen afrikanischen Ländern zusammensetzen.</p>
<p>Am 20. Januar 2025 kehrte er nach Nowosibirsk zurück, wo er nun seine neue Aufgabe als Weihbischof antritt.</p>
<p>Das von ihm gewählte Bischofsmotto lautet „Obsecramus pro Christi“ (2 Kor 5,20): „Wir sind als Gesandte an Christi Statt“.</p>
<p><strong><em>In der Diözese in Nowosibirsk, </em></strong><em>die sich über ein Gebiet von 2 Millionen Quadratkilometer erstreckt, leben gut eine halbe Million Katholiken, das rund 2 % der Gesamtbevölkerung. Zusammen mit der Diözese St. Clemens in Saratow und der Diözese St. Josef in Irkutsk ist sie eine Suffragan-Diözese der Erzdiözese der Mutter Gottes in Moskau: alle vier bilden die Kirchenprovinz der katholischen Kirche in Russland mit ihren weit verstreuten und meist kleinen katholischen Gemeinden.</em></p>
<p><em>Quelle: <a href="https://christlichesforum.info/katholische-kirche-in-russland-deutscher-jesuit-lipke-ist-weihbischof-geworden/?utm_source=mailpoet&amp;utm_medium=email&amp;utm_source_platform=mailpoet&amp;utm_campaign=die-letzten-newsletter-total-beitrage-unseres-blogs_1">https://christlichesforum.info/katholische-kirche-in-russland-deutscher-jesuit-lipke-ist-weihbischof-geworden/?utm_source=mailpoet&amp;utm_medium=email&amp;utm_source_platform=mailpoet&amp;utm_campaign=die-letzten-newsletter-total-beitrage-unseres-blogs_1</a></em></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Stefan Teppert: Die Erinnerung bleibt</title>
		<link>https://vadm-afd.de/2025/03/29/stefan-teppert-die-erinnerung-bleibt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Herbert Karl]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 29 Mar 2025 16:08:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein Nachruf Mit Stefan Peter Teppert verlieren die Donauschwaben einen kompetenten, vielseitigen und äußerst aktiven Fürsprecher und Autor: Am 21. Februar 2025 verstarb er plötzlich in Hayingen. Ein paar Tage vor seinem Tod gab Stefan Teppert Brunhilde Forro ein ausführliches Interview mit vielen biographischen Details und zukunftsbezogenen Anmerkungen: https://www.youtube.com/watch?v=f1wM6Xk5dxk&#38;t=2040s Stefan Tepperts Familie stammte aus dem <a class="more-link" href="https://vadm-afd.de/2025/03/29/stefan-teppert-die-erinnerung-bleibt/">Weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Ein Nachruf</em></p>
<p>Mit Stefan Peter Teppert verlieren die Donauschwaben einen kompetenten, vielseitigen und äußerst aktiven Fürsprecher und Autor: Am 21. Februar 2025 verstarb er plötzlich in Hayingen.</p>
<p>Ein paar Tage vor seinem Tod gab Stefan Teppert Brunhilde Forro ein ausführliches Interview mit vielen biographischen Details und zukunftsbezogenen Anmerkungen: <a href="https://www.youtube.com/watch?v=f1wM6Xk5dxk&amp;t=2040s">https://www.youtube.com/watch?v=f1wM6Xk5dxk&amp;t=2040s</a></p>
<p>Stefan Tepperts Familie stammte aus dem früheren Jugoslawien: Vater Anton Teppert wurde in Filipowa (Batschka) und seine Mutter Maria, eine geborene Birgel, wurde in Semlin (Syrmien), heute Belgrad eingemeindet, geboren. Stefan P. Teppert selbst kam am 13. April 1956 in Socorro im brasilianischen Bundesstaat Paranà auf die Welt. Vielen Donauschwaben ist diese Gegend, als Entre Rios (zwischen den Flüßen) bekannt. Nach einigen leidvollen Erfahrungen im brasilianischen Hochland, die Teppert in seinem Büchlein <em>Die Rückwanderung donauschwäbischer Kolonisten aus der südbrasilianischen Siedlung ENTRE RIOS in die Bundesrepublik</em> (2007) verarbeitete, remigrierten seine Eltern 1959 mit dem kleinen Stefan nach Deutschland.</p>
<p>Aus eigenem Bekunden hat Stefan Teppert <em>dieser</em> Teil seiner Biographie auch ihn stark geprägt, was er in der von ihm redigierten und herausgegebenen Schrift <em>Anton Teppert: GEFLOHEN; AUSGEWANDERT; HEIMGEKEHRT: Mein Leben in Jugoslawien, Brasilien und Deutschland (2019), </em>die im Prinzip die Biographie seines Vaters darstellt. Diese schon fast selbstbiographische <em>Verarbeitung</em> ist das zweite prägende Momentum seines späteren schriftstellerischen Werdegangs, seiner Berufung letztendlich: Der Hebung des Schatzes der leidvollen Geschichte der Donauschwaben.</p>
<p>Stefan Teppert hat nach dem Tuttlinger Gymnasium ein Studium in Philosophie, Germanistik, Geographie und Geschichte in Freiburg, Wien fortgesetzt; in Tübingen schloß er es mit einer Magisterarbeit über Platon ab; eigentlich wollte er seinen Magister mit einem Thema zu seinem Lieblingsdichter, Friedrich Hölderlin, abschließen, dies wurde offensichtlich von der Uni-Leitung nicht goutiert. Ein Leben lang eiferte Teppert <em>dem</em> Altphilosophen und dem idealistischen <em>Dichterphilosophen</em> aus Süddeutschland nach.</p>
<p>Nach dem Studium versuchte sich Teppert als freischaffender Schriftsteller; diese Zeit bezeichnete er als „hartes Brot:“ Nach eigener Aussage mußte er in seinem Berufsleben 23 „Jobs“ annehmen, um seinen Lebensunterhalt zu sichern. Nicht jeder konnte auf eine liberale Seilschaft oder Zitierkartell zurückgreifen: Es lag auch an den Themen Vertreibung, Aussiedler und Spätaussiedler, von denen seine Familie direkt betroffen war.</p>
<p>In den Jahren 1988 bis 1999 bekam Stefan Teppert eine Anstellung als Kulturreferent des Bundesverbandes der Donauschwäbischen Landsmannschaft im <em>Haus der Donauschwaben</em> in Sindelfingen. Mit der rot-grünen Koalition in Berlin wurden 1999 die Mittel für Kulturreferenten zusammengestrichen und von der ersten Großen Koalition unter Angela Merkel <em>nicht</em> wieder aufgenommen: Die Vertriebenen, Aussiedler und Spätaussiedler hatten ihre Schuldigkeit als treue Unionswähler an der Wahlurne getan . . .</p>
<p>Bemerkenswert: Stefan Teppert hat sich <em>ehrenamtlich</em> weiter als Kulturreferent im Haus der Donauschwaben engagiert. Dabei mußte er aber weiterhin als freier Schriftsteller die Brötchen für seine Familie verdienen. Neben beiden bereits erwähnten biographischen Schriften beschreibt Teppert als Mitautor den steinigen Weg der Donauschwaben nach 1944 in dem Werk: <em>Donauschwäbisches Martyrologium: die Opfer von Gewalt und Verfolgung bei den Donauschwaben in Jugoslawien, Rumänien und Ungarn im 20. Jahrhundert: Märtyrer und Bekenner unter Geistlichen, Ordensleuten und Laien</em> (2018), das vom St. Gerhardswerk (Stuttgart) herausgegeben wurde. In der Einführung schreibt Stefan P. Teppert: „Dieses Buch möchte ein Gedächtnismal sein, ein geistliches Monument, ein Mausoleum in Buchform.”</p>
<p>Tepperts Hauptwerk ist seine Anthologie donauschwäbischer Autoren: <em>Die Erinnerung bleibt. Donauschwäbische Literatur seit 1945: Eine Anthologie</em> (1. Band 1995). In der Einführung zum ersten Band (1995) schreibt Teppert:</p>
<p><em>„Wie berechtigt das Anliegen ist, gerade die donauschwäbische Literatur des halben Jahrhunderts seit Kriegsende über alle Staatsgrenzen hinweg als Ganzheit und corpus sui generis zu erfassen, beweist zunächst das fortbestehende Gefühl der Zusammengehörigkeit.“</em></p>
<p>Hierzu verwendete Teppert <em>alle</em> seit 1945 verfügbaren Quellen von Publikationen über Kalender und Heimatortsblätter über Zeitschriften und Zeitungen bis hin zu der entsprechenden Sekundärliteratur, dabei hielt er sich <em>bewußt</em> zurück in „der Beurteilung dichterischer Qualität,“ im Gegenteil:</p>
<p><em>„Heimatliebe und Heimweh durchziehen wie ein Leitmotiv die Hervorbringungen aller Schriftsteller, die als Erlebnisgeneration existenzielle Einbuße erlitten, hier vorder-, dort hintergründig, von der Idyllik und nostalgischen Verklärung bis zur kunstvoll sublimierten Seelenheimat.“</em></p>
<p>Bis heute sind <em>nur vier</em> der angedachten acht Bände im Hartmann-Verlag erschienen: Der plötzliche Tod erreichte Teppert bei der Verfassung des fünften Bandes. Ein weiteres Herzanliegen, die Herausgabe des Gesamtwerkes des Lyrikers, katholischem Priester und Reichstagsabgeordneten im Ungarischen Parlament, Stefan Augsburger 1840 – 1893), wird vermutlich den Druck nicht mehr erreichen.</p>
<p>Unermeßlich hingegen ist das Verdienst Tepperts für die über seine Schriftstellertätigkeit hinausgehenden Aktivitäten für die donauschwäbischen Gemeinschaft: Vorträge, Berichte, Beiträge in Zeitungen und Zeitschriften, seine Befragungen von Zeitzeugen erreichten ein zahlreiches Publikum.</p>
<p>In dem genannten Interview (Internet) erwähnt Teppert, daß er für sein Werk <em>eine</em> Ehrung, den Donauschwäbischen Kulturpreis 2009 erhielt. 1998 bekam er für seine Verdienste für die Donauschwäbische Landsmannschaft das Ehrenzeichen.</p>
<p>Gefragt, wie würde er die ehemaligen Donauschwaben charakterisieren? Tepperts Fazit darauf: „agrarisch“ geprägt und „naturverbunden.“ Durch seinen Einsatz für die Belange der Indios Südamerikas, bewies er auch die donauschwäbischen Weltoffenheit, die sie mit der Muttermilch im multinationalen Südosten Europas mitbekamen.</p>
<p>Für die donauschwäbische Gemeinschaft ist es besonders schmerzlich, daß die Anthologie, zumindest in dem von Stefan Peter Teppert angedachtem Format, <em>nicht</em> weitergeführt werden kann. Die Übernahme seines umfangreichen Archivs durch das Haus der Donauschwaben wäre in diesem Sinne ein Anfang und die Würdigung seines Lebenswerkes.</p>
<p><em>Herbert Karl</em></p>
<p><em> </em></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Horst Köhler: Bewußt mißverstanden</title>
		<link>https://vadm-afd.de/2025/02/20/horst-koehler-bewusst-missverstanden-ein-nachruf/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Herbert Karl]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 20 Feb 2025 10:36:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein Nachruf Horst Köhler entstammte einer Bauerfamilie aus Ryschkanowka aus Bessarabien (heute: Rîşcani in der Republik Moldau), nachdem Bessarabien von der Sowjetunion besetzt wurde, wurde die Familie 1940 in das Generalgouvernement umgesiedelt. Köhler kam hier, in Heidenstein (poln. Skierbieszów) auf die Welt. Vor polnischen Partisanen und der Roten Armee ergriff Familie Köhler 1944 die Flucht <a class="more-link" href="https://vadm-afd.de/2025/02/20/horst-koehler-bewusst-missverstanden-ein-nachruf/">Weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em><strong>Ein Nachruf</strong></em></p>
<p>Horst Köhler entstammte einer Bauerfamilie aus Ryschkanowka aus Bessarabien (heute: Rîşcani in der Republik Moldau), nachdem Bessarabien von der Sowjetunion besetzt wurde, wurde die Familie 1940 in das Generalgouvernement umgesiedelt. Köhler kam hier, in Heidenstein (poln. Skierbieszów) auf die Welt. Vor polnischen Partisanen und der Roten Armee ergriff Familie Köhler 1944 die Flucht und landete in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ). 1953 verließen die Köhlers die DDR.</p>
<p>Nachdem die Familie Köhlers mehrere Flüchtlingslager durchmachte, landete sie in Ludwigsburg; Horst Köhler studierte Volkswirtschaftslehre und arbeitete und promovierte am Institut für Angewandte Wirtschaftsforschung in Tübingen. Seine Beamtenlaufbahn begann 1976 in der Grundsatzabteilung des Bundeswirtschaftsministeriums. Unter Helmut Kohl gehörte Köhler zu den Architekten der Währungsunion. 2000 wird er Geschäftsführender Direktor des Internationalen Währungsfonds (IWF).</p>
<p>Im Interview mit der FAZ (29. Dezember 2009, S. 3) äußert Köhler sich zu den Zeiten der Flucht:</p>
<p>„Ich sehe mich nicht als Vertriebenen. Vertrieben wurden die polnischen Menschen, in deren Haus meine Eltern damals eingewiesen wurden. Das sichtbare Zeichen in Berlin [dem geplanten Zentrum für Vertreibung] sollte die Ursachen von Flucht und Vertreibung gleichermaßen wie die Leiden der Menschen verdeutlichen. Und es sollte einen Beitrag zur Versöhnung zwischen den Völkern leisten. Ich finde die Idee gut, das Projekt in ein europäisches Netzwerk der Erinnerung an Flucht und Vertreibung einzubringen“</p>
<p>Zu dem seinerzeit geplanten Museum des Zweiten Weltkriegs in Danzig meint Köhler:</p>
<p>„Deutschland sollte sich einer offenen Diskussion darüber nicht versperren. Zwischen den Vorhabensehe ich keinen grundsätzlichen Gegensatz. Sie könnten wichtige Teile des europäischen Netzwerks sein.“</p>
<p>Daß Frau Erika Steinbach, die Präsidentin des BdV in Polen als „Persona non grata“ gelte:</p>
<p>„Ich setze darauf, dass beide Seiten eine Lösung finden können. Die polnische Seite wird aber sicher Verständnis dafür haben, dass über deutsche Personalfragen in Deutschland entschieden wird [ . . . ]<br />
Es gibt für mich keinen überzeugenden Grund, die Vertriebenenverbände von diesem Projekt auszuschließen. Ihr Sachverstand sollte hilfreich sein.“</p>
<p>Es sei erinnert, daß seinerzeit Außenminister Westerwelle (FDP) gegen eine Beteiligung von Frau Steinbach und der Landsmannschaften sich stark machte. Über das damalige Gezerre um ein Zentrum für Flucht und Vertreibung werden wir noch zurückkommen.</p>
<p>Die Süddeutsche berichtete am 31. Mai 2010, über den überraschenden Rücktritt des Bundespräsidenten. Die Zeitung brachte hierbei den Wortlaut eines auf dem Rückflug einer Chinareise, nach einem Zwischenaufenthalt in Massar-I-Sharif (Afghanistan) dem Deutschlandradio gegebenen Interviews Horst Köhlers:</p>
<p>„Aus meiner Einschätzung ist es wirklich so: Wir kämpfen dort auch für unsere Sicherheit in Deutschland, wir kämpfen dort im Bündnis mit Alliierten auf der Basis eines Mandats der Vereinten Nationen. Alles das heißt, wir haben Verantwortung. Ich finde es in Ordnung, wenn in Deutschland darüber immer wieder auch skeptisch mit Fragezeichen diskutiert wird. Meine Einschätzung ist aber, dass insgesamt wir auf dem Wege sind, doch auch in der Breite der Gesellschaft zu verstehen, dass ein Land unserer Größe mit dieser Außenhandelsorientierung und damit auch Außenhandelsabhängigkeit auch wissen muss, dass im Zweifel, im Notfall auch militärischer Einsatz notwendig ist, um unsere Interessen zu wahren, zum Beispiel freie Handelswege, zum Beispiel ganze regionale Instabilitäten zu verhindern, die mit Sicherheit dann auch auf unsere Chancen zurückschlagen negativ durch Handel, Arbeitsplätze und Einkommen. Alles das soll diskutiert werden und ich glaube, wir sind auf einem nicht so schlechten Weg.“ (https://www.sueddeutsche.de/politik/ruecktritt-von-koehler-das-umstrittene-interview-im-wortlaut-1.952332)</p>
<p>Das Interview wurde am 22. Mai 2010, Samstag vor Pfingsten – Deutschland gerade war mit dem Allerwichtigsten, dem Kurzurlaub im Süden beschäftigt – ausgestrahlt:</p>
<p>„Die Kollegen des Deutschlandradios (Berlin) und des Deutschlandfunks (Köln) hatten es nämlich unterschiedlich zusammengeschnitten. Was später für die Kritik sorgte, war bei den Berlinern zuhören, nicht aber bei den Kölnern. Und da die Kölner Fassung dann auch in den gemeinsamen Internetauftritt wanderte, war dort etwas anderes zu lesen, denn im Deutschlandradio zu hören“ (FAZ: 1. Juni 2010, S.33).</p>
<p>Verschwörungstheorien schossen ins Kraut. Die Sache eskalierte am Mittwoch, als bei Spiegel online Köhlerkritiker aus SPD und Linke zu Wort kamen:</p>
<p>„»Wir wollen keine Wirtschaftskriege« führen, sagte etwa der SPD-Parlamentsgeschäftsführer Thomas Oppermann; Deutschland führe in Afghanistan »keinen Krieg um Wirtschaftsinteressen, sondern es geht um unsere Sicherheit«, Köhler habe offen gesagt, was nicht zu leugnen sei, sagte der Linke-Chef Klaus Ernst: »In Afghanistan riskieren Bundeswehrsoldaten Gesundheit und Leben für die Exportinteressen riesiger Konzerne.« Das Bundeskanzleramt wollte Köhler nicht beispringen, in einer Pressekonferenz am vergangenen Freitag hieß es, man pflege Einlassungen des Bundespräsidenten nicht zu kommentieren“ (FAZ: 1. Juni 2010, S.33).</p>
<p>Neuestens nennt sich, was dann folgte, Shitstorm. Daß Angela Merkel und Guido Westerwelle es waren, die Horst Köhler auserkoren hatten, um die rot-grüne Mehrheit zu kippen, steht auf einem anderen Blatt: davon in unserer nächsten Kurier-Ausgabe.</p>
<p>Nach dem Rücktritt Horst Köhlers vom Amt des Bundespräsidenten am 31. Mai 2010 war die deutsche Öffentlichkeit gespalten: Hier kann nicht über diese Stimmungslage ausführlich berichtet werden. In einem Leserbrief [FAZ vom 28. März 2012] schreibt der Ex-AfDler, Prof. Joachim Starbatty, Köhler habe selbst gesagt,</p>
<p>„keine »selbstgebastelte Führungsphilosophie« zu besitzen. Er hat seinem Land in vielen verantwortlichen Stellen gedient und auch international gewirkt. Das gelingt einem Menschen nur, wenn er fachlich und menschlich überzeugt; dazu gehört auch, Menschen führen und begeistern zu können. Daher vertraut Köhler auf seine Lebenserfahrung [ . . . ] Die Bürger in unserem Land wissen [ . . . ]; sie haben Horst Köhler vertraut. Sie haben gespürt, der will nicht etwas von uns, sondern für uns.“</p>
<p>Horst Köhler verstarb am Morgen des 1. Februar 2025 nach einer kurzen schweren Krankheit.<br />
Deutschland verliert einen begnadeten Wirtschaftsfachmann und eine aufrechte, ehrliche Persönlichkeit des öffentlichen Lebens.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Der Bund der Vertriebenen: Eloge an das Wahlprogramm der Union</title>
		<link>https://vadm-afd.de/2025/02/09/der-bund-der-vertriebenen-eloge-an-das-wahlprogramm-der-union/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Herbert Karl]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 09 Feb 2025 10:08:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Wahlkampf 2025 hat auch den Bund der Vertriebenen (BdV) erreicht: Das Wahlprogramm von CDU/CSU wird in den höchsten Tönen gelobt. „Begrenzung der Migration, Steuersenkungen, Rückabwicklung des Bürgergeldes. Mit einem konservativeren und wirtschaftsliberaleren Programm als in der Vergangenheit . . .“ wird das neue (sic!) Wahlprogramm der Union über den grünen Klee in der Presse <a class="more-link" href="https://vadm-afd.de/2025/02/09/der-bund-der-vertriebenen-eloge-an-das-wahlprogramm-der-union/">Weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Wahlkampf 2025 hat auch den Bund der Vertriebenen (BdV) erreicht: Das Wahlprogramm von CDU/CSU wird in den höchsten Tönen gelobt.</p>
<p>„Begrenzung der Migration, Steuersenkungen, Rückabwicklung des Bürgergeldes. Mit einem konservativeren und wirtschaftsliberaleren Programm als in der Vergangenheit . . .“ wird das neue (sic!) Wahlprogramm der Union über den grünen Klee in der Presse der Landmannschaften gefeiert (Hier: „BdV würdigt Wahlprogramm der Union“, Banater Post vom 20. Januar 2025, S. 1)</p>
<p>Zudem habe sich die Union „im gesellschaftspolitischen und im Bereich der Erinnerungspolitik“ den Heimatvertriebenen und Aussiedlern zu gewendet.</p>
<p>Migration: In diesem Bereich Einwanderungspolitik hat Merkel ihr politisches Meisterstück abgeliefert: Aus der Union hatte sich kein nennenswerter Widerstand gezeigt. Über die mit ihrer grenzenlosen Bevorzugung der neuen Einwanderer hat die Union auch die Belange der deutschen Vertriebenen vollkommen vergessen. Jetzt im Wahlkampf hat man letztere wieder entdeckt: So geht Populismus.</p>
<p>Steuersenkungen: Auch davon war in der Ära Merkel nichts zu merken: An die sogenannte kalte Steuerprogression hat auch sie sich nicht herangewagt. Der Begriff Steuersenkung ist auch dem Populismus zuzuordnen und hat mit den Interessen der Heimatvertriebenen nur am Rande zu tun. Wer aber Steuer senken will, muß in erster Linie sagen, wo auf der Ausgabenseite zu sparen wäre: Und hier gäbe es einige Haushaltsposten: Radikaler stufenmäßiger Subventionsabbau in allen Bereichen innerhalb von fünf Jahren, Reduzierung der EU-Beiträge, offene und versteckte Migrationskosten, Abbau der Zuwendungen aus dem überhand nehmenden Ausgaben für Gender- und Gleichstellungsbeauftragten bis hin zu der Unterstützung von unnötigen NGOs.</p>
<p>Gespart wurde hingegen bei den Renten der Aussiedler und Spätaussiedler: Das von Helmut Kohl eingeführte Fremdrentengesetz (FRG) wurde in über 30 Jahren Unionsregierungen nicht korrigiert; nach wie vor bekommen diese auf ihren Rentenzetteln 40 % abgezogen: Wofür gibt es hier einen Aussiedlerbeauftragten?</p>
<p>Daß sich die sogenannte Härtefallregelung, einer mit großem Getöse angekündigten populistischen Entscheidung, als absoluter Flopp erwiesen hat, mußte sich seit einem Jahr auch der BdV eingestehen: Dagegen gab es seitens der Union keinen ernsten Widerstand! Von einem Alternativvorschlag mal ganz zu schweigen.</p>
<p>Bürgergeld: Auch hier gab es aus den Unionsreihen keinen real zu nehmenden Widerstand. Die von der erwähnten Rentenkürzung betroffenen Vertriebenen und Aussiedler profitieren im Geringsten von dieser Klientelpolitik der abgeschalteten „Ampel“. Entsprechend ist hier die die obige Erwähnung des Bürgergeldes reinster Populismus.</p>
<p>Daß Heimatvertrieben, Aussiedler und Spätaussiedler als Stimmvieh mißbraucht wurden, hat uns das CDU-Urgestein Konrad Adenauer vorgemacht: Die Partei Block der Heimatvertriebenen und Entrechteten (BHE) wurde in den 1950er dadurch einverleibt, indem man deren Führungspersonal auf aussichtsreichen Unionslisten hievte . . .</p>
<p>Wenn es dann weiter unten heißt, „Das Tor für Spätaussiedler nach Deutschland offen halten“ ist dies erneut reinster Populismus. Als sich die Aussiedlerzahlen in den 1990ern schlagartig erhöhten, hat man in der Kohl Ära, wie erwähnt, das FRG eingeführt. Die Hilfen zur Selbsthilfe, wie beispielsweise die Errichtung einer autonomen Wolgaregion wurden von der Unionsregierung nicht nachhaltig verfolgt, so ist es nun nur recht und billig, die noch Verbliebenden und Ausreisewilligen zu unterstützen und die vorsätzlich aufgebauten bürokratischen Hürden des Spätaussiedlerstatus‘ abzubauen.</p>
<p>Das Beispiel des von der Union aufgesaugten BHE sollte den BdV-Funktionären ein Beispiel sein, sich nicht für ein Linsengericht in die Unionsfalle zu begeben und eine wirklich effektive Klientelpolitik zu betreiben.</p>
<p><em>Herbert Karl</em></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Temeswar 22. Dezember 1989: Erste Weihnacht in Freiheit</title>
		<link>https://vadm-afd.de/2024/12/22/temeswar-22-dezember-1989-erste-weihnacht-in-freiheit/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Herbert Karl]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 22 Dec 2024 20:28:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Eine Gedenktafel, gestiftet vom amerikanischen Kongreß (angebracht am 17. Dezember 2019), am ehemaligen habsburgischen Militärkasino am Temeswarer Paradeplatz (heute: Freiheitsplatz, rum. Piaţa Libertăţii, ung. Szabadság-tér) erinnert an den am 15./16. Dezember 1989 begonnenen Aufstand gegen die kommunistische Diktatur. Zugegeben: Die Gedenktafel ist etwas unauffällig und – Zufall oder nicht – recht hoch angebracht; sie kann <a class="more-link" href="https://vadm-afd.de/2024/12/22/temeswar-22-dezember-1989-erste-weihnacht-in-freiheit/">Weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p></p>



<h1 class="wp-block-heading"></h1>



<figure class="wp-block-image is-resized"><img decoding="async" width="2560" height="1476" src="https://vadm-afd.de/wp-content/uploads/2024/12/Militaerkasino-Paradeplatz-verkl-19Aug2024-02-scaled.jpg" alt="" class="wp-image-1488" style="width:589px;height:auto" srcset="https://vadm-afd.de/wp-content/uploads/2024/12/Militaerkasino-Paradeplatz-verkl-19Aug2024-02-scaled.jpg 2560w, https://vadm-afd.de/wp-content/uploads/2024/12/Militaerkasino-Paradeplatz-verkl-19Aug2024-02-300x173.jpg 300w, https://vadm-afd.de/wp-content/uploads/2024/12/Militaerkasino-Paradeplatz-verkl-19Aug2024-02-1024x590.jpg 1024w, https://vadm-afd.de/wp-content/uploads/2024/12/Militaerkasino-Paradeplatz-verkl-19Aug2024-02-768x443.jpg 768w, https://vadm-afd.de/wp-content/uploads/2024/12/Militaerkasino-Paradeplatz-verkl-19Aug2024-02-1536x885.jpg 1536w, https://vadm-afd.de/wp-content/uploads/2024/12/Militaerkasino-Paradeplatz-verkl-19Aug2024-02-2048x1180.jpg 2048w, https://vadm-afd.de/wp-content/uploads/2024/12/Militaerkasino-Paradeplatz-verkl-19Aug2024-02-830x478.jpg 830w, https://vadm-afd.de/wp-content/uploads/2024/12/Militaerkasino-Paradeplatz-verkl-19Aug2024-02-230x133.jpg 230w, https://vadm-afd.de/wp-content/uploads/2024/12/Militaerkasino-Paradeplatz-verkl-19Aug2024-02-350x202.jpg 350w, https://vadm-afd.de/wp-content/uploads/2024/12/Militaerkasino-Paradeplatz-verkl-19Aug2024-02-480x277.jpg 480w" sizes="(max-width: 2560px) 100vw, 2560px" /><figcaption class="wp-element-caption">Militaerkasino-Paradeplatz-verkl-19Aug2024-02</figcaption></figure>



<p>Eine Gedenktafel, gestiftet vom amerikanischen Kongreß (angebracht am 17. Dezember 2019), am ehemaligen habsburgischen Militärkasino am Temeswarer <em>Paradeplatz</em> (heute: Freiheitsplatz, rum. Piaţa Libertăţii, ung. Szabadság-tér) erinnert an den am 15./16. Dezember 1989 begonnenen Aufstand gegen die kommunistische Diktatur.<br><br>Zugegeben: Die Gedenktafel ist etwas unauffällig und – Zufall oder nicht – recht hoch angebracht; sie kann von dem flüchtigen Passanten fast nicht wahrgenommen werden. In dem in der Quergasse zum Opernplatz liegendem Informationsbüro der Stadt ist ihre Existenz unbekannt. Unterschrieben ist sie allerdings von einem gewissen Donald Trump . . .<br><br>Bis es allerdings dazu kam, ist viel Wasser den Begafluß heruntergefloßen und es hat die Temeswarer viel Blut, Tränen und Leid gekostet, bis die sogenannte Revolution mit dem Tod des nationalkommunistischen Diktators am ersten Weihnachtstag ein eher unrühmliches Ende nahm.<br><br>Einer der wenigen <em>deutschen</em> Zeitzeugen der Erhebung, der diese <em>unmittelbar</em> beschrieb, ist der Journalist und Autor Hans Bohn. Im Kapitel: <em>Die Lazarusnacht von Temeswar. Chronik des Volksaustandes vom Dezember 1989</em> in von ihm 1993 erschienenem Buch <em>Verlorene Heimat</em> (Temeswarer Helicon-Verlag) schildert er die Vorgeschichte, die Anfänge und die heiße Phase der Temeswarer „Revolution.“<br><br>Nach einer Generation – dieser Zeitraum geht etwa über 30 Jahre – gibt es noch immer keine <em>zuverläßige</em> Geschichte der Ereignissen vom Dezember 1989, umso mehr wäre eine überarbeitete und mit Fußnoten versehene Neuauflage des Beitrages von Hans Bohn nötig.<br><br>Während die Kämpfe zwischen den „Terroristen“ – wie man die letzten Anhänger Ceauşescus sowie die Geheimpolizisten der Securitate nannte – und den Revolutionären im restlichen Land weitergingen, erklärte sich Temeswar am 22. Dezember 1989 <em>zur befreiten Stadt</em>:</p>



<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><a href="https://vadm-afd.de/wp-content/uploads/2024/12/Plakette-Trump-02-scaled.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="795" height="1024" src="https://vadm-afd.de/wp-content/uploads/2024/12/Plakette-Trump-02-795x1024.jpg" alt="" class="wp-image-1487" style="width:252px;height:auto" srcset="https://vadm-afd.de/wp-content/uploads/2024/12/Plakette-Trump-02-795x1024.jpg 795w, https://vadm-afd.de/wp-content/uploads/2024/12/Plakette-Trump-02-233x300.jpg 233w, https://vadm-afd.de/wp-content/uploads/2024/12/Plakette-Trump-02-768x989.jpg 768w, https://vadm-afd.de/wp-content/uploads/2024/12/Plakette-Trump-02-1193x1536.jpg 1193w, https://vadm-afd.de/wp-content/uploads/2024/12/Plakette-Trump-02-1591x2048.jpg 1591w, https://vadm-afd.de/wp-content/uploads/2024/12/Plakette-Trump-02-830x1069.jpg 830w, https://vadm-afd.de/wp-content/uploads/2024/12/Plakette-Trump-02-230x296.jpg 230w, https://vadm-afd.de/wp-content/uploads/2024/12/Plakette-Trump-02-350x451.jpg 350w, https://vadm-afd.de/wp-content/uploads/2024/12/Plakette-Trump-02-480x618.jpg 480w, https://vadm-afd.de/wp-content/uploads/2024/12/Plakette-Trump-02-scaled.jpg 1988w" sizes="auto, (max-width: 795px) 100vw, 795px" /></a></figure>



<p>„Am Weihnachtstag war es in der Stadt wieder ruhiger geworden. Wir filmten mit Djordje Nikolič und Friedrich Orter beim Continental-Hotel. Plötzlich wurde geschossen [ . . . ] Im rumänischen Fernsehen erklangen nach trübseligen Weihnachtstagen entlang von Jahrzehnten, erstmals wieder Weihnachtslieder. Auch deutsche Weihnachtslieder: »Leise rieselt der Schnee« . . . und »O du fröhliche Weihnachtszeit . . . !« Welch ein rührseliges Erlebnis für uns und unsere Kinder. Die Kinder in Temeswar hatten weder Geschenke, noch ein Stückchen Schokolade oder eine Orange bekommen, hingegen hatte auch mein Peterle zum ersten Male in seinem Leben ein deutsches Weihnachtslied auf dem Bildschirm gehört! Das »Freie Temeswarer Fernsehen« sendete jetzt bis in die Nacht hinein“ (Bohn, S. 245).</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>DIE RUSSLANDDEUTSCHEN – IHRE GESCHICHTE UND IHRE GEGENWART</title>
		<link>https://vadm-afd.de/2024/09/20/die-russlanddeutschen-ihre-geschichte-und-ihre-gegenwart/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Herbert Karl]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 20 Sep 2024 20:40:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Arbeitskreis Menschenrechte und humanitäre Hilfe der AfD-Bundestagsfraktion hatte am 10. September 2024 zu der Vortragsveranstaltung DIE RUSSLANDDEUTSCHEN – IHRE GESCHICHTE UND IHRE GEGENWART in das Jakob-Kaiser-Haus eingeladen. Anlaß war der Tag der Russlanddeutschen am 28. AugustDie Veranstaltung erinnerte an das schwere Schicksal dieser Volksgruppe. Auszug aus der offiziellen Einladung: „Wir beleuchten die historischen Umstände, <a class="more-link" href="https://vadm-afd.de/2024/09/20/die-russlanddeutschen-ihre-geschichte-und-ihre-gegenwart/">Weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Der Arbeitskreis Menschenrechte und humanitäre Hilfe der AfD-Bundestagsfraktion hatte am 10. September 2024 zu der Vortragsveranstaltung<br><br><strong>DIE RUSSLANDDEUTSCHEN – IHRE GESCHICHTE UND IHRE GEGENWART<br><br></strong>in das Jakob-Kaiser-Haus eingeladen.</p>



<p>Anlaß war der Tag der Russlanddeutschen am 28. August<br>Die Veranstaltung erinnerte an das schwere Schicksal dieser Volksgruppe.<br><br>Auszug aus der offiziellen Einladung: „Wir beleuchten die historischen Umstände, die das Leben der Russlanddeutschen vor und nach der Gründung der Sowjetunion bestimmten, betrachten aber auch ihre Tatkraft und ihren Erfolg in der Bundesrepublik Deutschland.<br>Dazu werden sprechen:<br><strong>Dr. Stefan Scheil</strong>, Historiker<br><strong>Valery Issidorovich Dill</strong>, Vorsitzender der Russlanddeutschen in der Kirgisischen Republik<br><strong>Denis Pauli</strong>, Vorsitzender des Zentralrats der Russlanddeutschen<br>Einführende Worte, Vorstellung der Redner und Moderation: <strong>Jürgen Braun MdB<br></strong>Grußwort des Fraktionsvorstands: <strong>Beatrix von Storch MdB“<br><br></strong>Im Anschluß an die Vortragende gab es die Möglichkeit, Fragen aus dem Publikum zustellen: Hiervon wurde reichlich Gebrauch gemacht.<br><br>Die Veranstaltung ist abrufbar auf YouTube unter:<br><a href="https://www.youtube.com/watch?v=EoS0Z8pPmsk">Die Russlanddeutschen – ihre Geschichte und ihre Gegenwart &#8211; Vortragsabend der AfD-Fraktion im BT &#8211; YouTube</a></p>



<p><br><em>Herbert Karl</em></p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://vadm-afd.de/wp-content/uploads/2024/09/Russlanddeutsche-AfD-10Sep2024-1024x1024.jpg" alt="" class="wp-image-1398" srcset="https://vadm-afd.de/wp-content/uploads/2024/09/Russlanddeutsche-AfD-10Sep2024-1024x1024.jpg 1024w, https://vadm-afd.de/wp-content/uploads/2024/09/Russlanddeutsche-AfD-10Sep2024-300x300.jpg 300w, https://vadm-afd.de/wp-content/uploads/2024/09/Russlanddeutsche-AfD-10Sep2024-150x150.jpg 150w, https://vadm-afd.de/wp-content/uploads/2024/09/Russlanddeutsche-AfD-10Sep2024-768x768.jpg 768w, https://vadm-afd.de/wp-content/uploads/2024/09/Russlanddeutsche-AfD-10Sep2024-830x830.jpg 830w, https://vadm-afd.de/wp-content/uploads/2024/09/Russlanddeutsche-AfD-10Sep2024-230x230.jpg 230w, https://vadm-afd.de/wp-content/uploads/2024/09/Russlanddeutsche-AfD-10Sep2024-350x350.jpg 350w, https://vadm-afd.de/wp-content/uploads/2024/09/Russlanddeutsche-AfD-10Sep2024-480x480.jpg 480w, https://vadm-afd.de/wp-content/uploads/2024/09/Russlanddeutsche-AfD-10Sep2024.jpg 1080w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Karte: Gebiet der Wolgadeutschen (UdSSR 1922)</figcaption></figure>
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			</item>
		<item>
		<title>Eine endlose Geschichte: Polnische Reparationsforderungen</title>
		<link>https://vadm-afd.de/2023/08/21/eine-endlose-geschichte-polnische-reparationsforderungen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Herbert Karl]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 21 Aug 2023 21:05:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[„Beglichene Rechnungen soll man nicht noch einmal präsentieren – und schon gar nicht nach Jahrzehnten. Zwei europäische Länder halten das andres: Griechenland und Polen. Immer wieder einmal stellen sie Reparationsforderungen für den Zweiten Weltkrieg in exorbitanter Höhe“ So schreibt Bruno Bandulet in seinem Beitrag: Fern jeder Realpolitik. Zweiter Weltkrieg: Obwohl Polen früher auf Kriegsreparationen verzichtet <a class="more-link" href="https://vadm-afd.de/2023/08/21/eine-endlose-geschichte-polnische-reparationsforderungen/">Weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p style="background-color:#a39300" class="has-background"><em>„Beglichene Rechnungen soll man nicht noch einmal präsentieren – und schon gar nicht nach Jahrzehnten. Zwei europäische Länder halten das andres: Griechenland und Polen. Immer wieder einmal stellen sie Reparationsforderungen für den Zweiten Weltkrieg in exorbitanter Höhe“<br><br></em>So schreibt Bruno Bandulet in seinem Beitrag: <em>Fern jeder Realpolitik.</em> <em>Zweiter Weltkrieg: Obwohl Polen früher auf Kriegsreparationen verzichtet hat, läßt Warschau erneut Ansprüche prüfen – nach über 70 Jahren</em> (Junge Freiheit vom 25. August 2017, S. 9).<br><br>Der Chef der polnischen Partei Recht und Gesetz (PiS), Jarosław Kaczyński, auf einem Parteikongreß im <em>Sommer 2017</em>:<br><em><br>„»Wir reden von riesigen Beträgen und darüber, daß Deutschland sich lange geweigert hat, Verantwortung für den Zweiten Weltkrieg zu übernehmen«.“<br><br></em>Wenn man sich damals auch nicht auf eine bestimmte Forderung einig war, so geisterten Summen zwischen 845 und 1.800 Milliarden Euro durch den polnischen Blätterwald; das konservative Wochenblatt <em>Sieci</em> legte noch eine Schippe drauf:<br><br><em>„»Sechs Billionen Dollar schulden uns die Deutschen für den Horror des Krieges«.“<br></em>Sechs Jahre später klingt die polnischen Reparationsforderung – nach dem seit Ende 2022 vorliegendem polnischen Gutachten – schon fast wie ein Schnäppchen: 1,3 Billionen Euro:<br><br><em>„Der Wahlkampf hat schon begonnen. Dieses Thema spielt darin eine gewichtige Rolle. »Die Deutschen haben ihre Schulden nicht beglichen und wir lassen nicht locker,« sagt der mächtigste Mann in Polen Jarosław Kaczyński“ (RBB wiederholt am 29. Juni 2023: <a href="https://www.rbb-online.de/kowalskiundschmidt/reportagen/streit-um-reparationsforderungen---soll-deutschland-an-polen-zah.html#top">https://www.rbb-online.de/kowalskiundschmidt/reportagen/streit-um-reparationsforderungen&#8212;soll-deutschland-an-polen-zah.html#top</a></em>).<br><br>Offensichtlich schwillt den PiS-Leuten in Polen – Frontstaat im Ukrainekrieg – der Kamm: Unbestätigten Meldungen zufolge will man bei einer russischen Niederlage nicht leer ausgehen und phantasiert von einer Rückgabe der Enklave Königsberg und im Falle eines Auseinanderbrechens der Ukraine liebäugelt man mit Teilen der Westukraine.<br><br>Auf Reparationen hatten sich die sogenannten Alliierten – die Sowjetunion, Großbritannien und die USA (nicht auch Frankreich!) – auf der Potsdamer Konferenz geeinigt:<br><br><em>„Die geplanten Reparationen sollten nicht, wie es die Sowjets wünschten, aus Gesamtdeutschland herausgezogen werden. Statt dessen sollte sich jeder aus seiner eigenen Besatzungszone bedienen – eine reparationspolitische Spaltung Deutschlands noch vor der endgültigen politischen Teilung. Im Gegenzug akzeptierten die Amerikaner die Oder-Neiße-Linie und die »Überführung« der Ostdeutschen in den Westen. Außerdem wurde vereinbart, daß die Sowjetunion die Reparationsansprüche Polens aus ihrer Zone zu befriedigen hatte, während die Westmächte mit den übrigen Staaten teilten.“<br></em><br>Ergo lag es im sowjetischem Ermessen, was und wieviel Polen aus der Beute bekam: Die Alliierten schalteten und walteten nach Gutdünken, eine deutsche Verantwortlichkeit gab es nicht.<br><br>Fünf Verbündete des Dritten Reiches schloßen Friedensverträge mit den Alliierten, nicht aber mit dem Verlierer des Zweiten Weltkrieges: Dieses „Damoklesschwert der Reparationen“ schwebte noch 1990 über den Zwei-plus-Vier-Verhandlungen 1990 über Deutschland: Vieles spricht dafür, so Bandulet weiter, daß Helmut Kohl<br><br><em>„damals nur deswegen mit der völkerrechtlichen Anerkennung der Oder-Neiße-Linie zögerte, um im Gegenzug das Reparationsproblem loszuwerden. Dieses gelangte denn auch nicht in den Vertrag und war damit erledigt. Alle Seiten waren sich einig, daß der Vertrag eine endgültige Regelung der aus dem Krieg rührenden Fragen bringen sollte und als Ersatz für einen Friedensvertrag anzusehen sei.“<br><br></em>Kohl und Genscher sahen – darüber läßt sich im Nachhinein streiten – das Zeitfenster zur Wiedervereinigung nur einen Spaltbreit offen: Für einen Friedensvertrag mit den 55 Kriegsgegnern – dies wurde seinerzeit in der Öffentlichkeit auch <em>nicht</em> groß kommuniziert – drängte die Zeit. Polen hätte jetzt – 1990 – die Gelegenheit gehabt, Reparationsforderungen zu stellen: Es stellte aber keine. Andererseits hatte Polen schon 1953 „auf weitere deutsche Reparationen verzichtet.“<br><br>Zudem wurden Polen nach dem Warschauer Vertrag mit der BRD 1972 für NS-Opfer 100 Millionen DM ausbezahlt, die allerdings nur zu einem Bruchteil bei den Opfern landeten. Nichtdestotrotz gab Deutschland Polen 1975 noch einen Finanzkredit von einer Milliarde DM,<em>„der sich später als Geschenk entpuppte. Zusätzliche Milliarden flossen ab 1976 und nach 1990.“<br><br></em>Bandulet meint in seinem Artikel aus 2017: „Gegenrechnungen aufzumachen gilt im heutigen Deutschland als politisch inkorrekt.“ Im Zusammenhang mit dem Warschauer Vertrag argumentierte Willy Brandt gegenüber dem polnischen KP-Führer, Władysław Gomułka,<br><br><em>„daß Polen ein Drittel des deutschen Staatsgebietes erhalten habe und dazu das Eigentum der deutschen Vertriebenen von kaum mehr schätzbarem Wert. Der materielle Wert des südlichen Ostpreußens, Ost-Pommerns, Ost-Brandenburgs und vor allem Schlesiens mit seiner Industrie, seinen Kohlebergwerken und anderen Rohstoffvorkommen: Wer sollte die Milliardenwerte berechnen!“<br><br></em>Polen trat 2004 offiziell der EU bei:<br><br><em>„Nach Berechnungen von Franz-Ulrich Willeke, emeritierter VWL-Professor an der Universität Heidelberg, kamen von EU-Nettoleistungen, die Warschau im Zeitraum 2003 bis 2014 aus Brüssel erhielt, stolze 25,5 Milliarden Euro aus Deutschland“ (Bandulet).<br><br></em>Seit 2017 vergeht <em>kein</em> deutsch-polnisches Treffen, ohne daß Polen nicht seine Reparationsforderungen immer wieder vorbringt, so erneut, wie oben erwähnt, in diesem Sommer. Entsprechend handelt die polnische Regierung „fern jeder Realpolitik“ (Bandulet).<br><br>Leidtragende hierbei sind die Angehörigen der deutschen Minderheit, denn, darauf wurde in unserem Kurier mehrfach verwiesen, diesen werden die Gelder für Deutschunterricht gekürzt.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>10. Januar 1923: Besetzung des deutschen Memelgebietes durch litauische Truppen vor 100 Jahren</title>
		<link>https://vadm-afd.de/2023/02/06/10-januar-1923-besetzung-des-deutschen-memelgebietes-durch-litauische-truppen-vor-100-jahren/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Herbert Karl]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 06 Feb 2023 22:45:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://vadm-afd.de/?p=1269</guid>

					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<div class="wp-block-file"><a href="https://vadm-afd.de/wp-content/uploads/2023/02/Memel-100-Jahre-Jan2023-2.pdf">Memel-100-Jahre-Jan2023-2</a><a href="https://vadm-afd.de/wp-content/uploads/2023/02/Memel-100-Jahre-Jan2023-2.pdf" class="wp-block-file__button" download>Herunterladen</a></div>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Rumänien 1987: Hungerrevolte in Kronstadt gegen den kommunistischen Diktator Ceauşescu</title>
		<link>https://vadm-afd.de/2022/10/10/rumaenien-1987-hungerrevolte-in-kronstadt-gegen-den-kommunistischen-diktator-ceausescu/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Herbert Karl]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 10 Oct 2022 21:30:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://vadm-afd.de/?p=1207</guid>

					<description><![CDATA[Am 15. November 1987 – einem Wahlsonntag für die kommunalen Volksräte – stürmten aufgebrachte Arbeiter in Kronstadt (rum. Braşov) die Büros der einzigen kommunistischen Partei und die des Bürgermeister, verwüsteten diese, plünderten die für die Parteiparty der Parteibonzen vorgesehenen Lebensmittel und legten Feuer: „Würste, Käse, Schweineschmalz, Konfekt und Apfelsinen, alles Waren, die Brasovs Bürger schon <a class="more-link" href="https://vadm-afd.de/2022/10/10/rumaenien-1987-hungerrevolte-in-kronstadt-gegen-den-kommunistischen-diktator-ceausescu/">Weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p style="background-color:#ea4c4c" class="has-background">Am 15. November 1987 – einem Wahlsonntag für die kommunalen Volksräte – stürmten aufgebrachte Arbeiter in Kronstadt (rum. Braşov) die Büros der einzigen kommunistischen Partei und die des Bürgermeister, verwüsteten diese, plünderten die für die Parteiparty der Parteibonzen vorgesehenen Lebensmittel und legten Feuer:<br><br><em>„Würste, Käse, Schweineschmalz, Konfekt und Apfelsinen, alles Waren, die Brasovs Bürger schon seit Jahren nicht mehr zu kaufen bekommen, landeten auf der Straße. Bei einer Schlägerei im Rathaus mit dem Wachpersonal gab es Schwerverletzte, einige Augenzeugen berichteten sogar von zwei Toten. Bürgermeister Calancea, der einen Schlag mit einem Knüppel auf den Kopf bekommen hatte, mußte ins Krankenhaus gebracht werden“ (SPIEGEL, S. 154).<br><br></em>Auslöser der Revolte war die Forderung der Kombinatsleitung des Lastwagenherstellers „Steagul Roşu“ (Rote Fahne) an die Nachtschicht – im sozialistischen Rumänien wurde auch Samstag malocht –, <em>geschlossen</em> zu den Wahlurnen zu gehen.<br><br><em>„Mehr als 1500 Arbeiter, ohnehin wegen bevorstehender Lohnkürzungen erbost, marschierten Richtung Innenstadt und bekamen Zulauf von allen Seiten. Die Ortspolizei, die den Zug zunächst für eine Pro-Ceausescu-Demonstration hielt, griff nicht ein.<br>Am Ende waren es fast 5000 Menschen, die das Rathaus und die Parteibüros besetzten. Sie machten ihrer Wut Luft über ein von oben verordnetes Sparprogramm, das den Rumänen nun schon den vierten Hungerwinter hintereinander beschert“ (SPIEGEL, S. 154).<br><br></em>Mit massiven Einsatz der Sicherheitskräfte sowie der Armee mit Schützenpanzer konnte der Aufstand unterdrückt werden: „Mehr als 400 »Rädelsführer« wurden verhaftet, fast die Hälfte davon – so inoffizielle Berichte – gehörte der deutschen Minderheit an. Alle Häftlinge kamen in Gefängnisse nach Bukarest, aus Furcht vor weiteren Aufständen“ (SPIEGEL, S. 154).<br><br>In den gleichgeschalteten Medien wurde nichts über die Vorkommnisse in Kronstadt verlautet. Nicolae Ceauşescu, der rumänische C<em>onducator</em> (dt. Führer), und seine Genossen wurden von dem Aufbegehren in der Provinz völlig überrascht: Der Direktor der Roten Fahne und weitere Funktionäre wurden abgesetzt.<br><br>Ceauşescus „Hang zur Gigantomanie“ führte seit den 1960ern zu einer überhasteten Industrialisierung, zum Nachteil der Landwirtschaft, der die Arbeitskräfte abwanderten. Hochwertige Lebensmittel wurden gegen harte Devisen nach Ost – u.a. nach Polen, während der <em>Solidarność-Bewegung</em> und den Westen verscherbelt, um die Auslandsschulden so schnell wie möglich abzubauen. Er meinte, die völlige Schuldenfreiheit „sei der Garant für eine unabhängige Außenpolitik“ (SPIEGEL, S. 156).<br><br>Um aber die inzwischen stark aufgebaute „petrochemische“ Industrie – trotz versiegender Erdölquellen – am Laufen zu halten, mußte Erdöl importiert werden:<br><br><br><em>„Als Ausweg blieb nur, entweder teures Erdöl gegen Devisen zu importieren oder den ungeliebten Nachbarn, die Sowjet-Union, um Hilfe zu bitten. Moskaus Öllieferungen sind in den letzten Jahren von zwei auf über sechs Millionen Tonnen gestiegen. Aber auch der Kreml läßt sich in harten Dollars bezahlen – oder mit Waren von hoher Qualität, in letzter Zeit vor allem Fleisch und Getreide“ (SPIEGEL, S. 155).<br><br></em>Ein rigoroses Sparprogramm wurde von oben angeordnet:<br><br><em>„Seit 1981 sind Grundnahrungsmittel wie Fleisch, Brot, Zucker und Speiseöl rationiert, seit vier Jahren müssen die Rumänen jeden Winter immer mehr elektrische Energie einsparen &#8211; in diesem Jahr noch einmal 30 Prozent zusätzlich.<br>Die Raumtemperatur, so das Dekret, darf in Privatwohnungen, aber auch in Amtsstuben, 12 Grad nicht überschreiten (bei Außentemperaturen, die im rumänischen Winter häufig auf 30 Minusgrade absinken). Elektrisches Licht gibt es pro Wohnung nur in einem Zimmer aus einer trüben 40-Watt-Birne.<br>Elektrische Haushaltsgeräte oder gar Heizsonnen sind bei hohen Strafen verboten. Ortschaften und Vierteln, die das zugestandene Limit überschreiten, wird der Strom stundenweise ganz abgestellt &#8211; mit dem Ergebnis, daß in einem Bukarester Krankenhaus die Frühgeborenen in den Brutkästen erfroren.<br>Die Geschäfte sind meist so leer, daß sich noch nicht einmal mehr Käuferschlangen anstellen, außer fauligen Kartoffeln und welkem Kohl ist selten etwas zu haben.<br>Die Lebensmittel-Rationen sind inzwischen so karg bemessen wie in den schlimmsten Kriegsjahren: pro Person 300 Gramm Brot täglich, im Monat drei Liter Milch, 315 Gramm Butter, neun Eier und 1,42 Kilogramm Geflügel, das oft nur aus Köpfen und Gekröse besteht“ (SPIEGEL, S. 155f.).<br><br></em>Die Reaktion der Bevölkerung: Auf einer Mauer aus Kronstadt: „»Ob wir verhungern, erfrieren oder erschossen werden, das ist uns egal«“ und ein Siebenbürger Sachse meint: „»Unsere Region, die einmal die blühendste im ganzen Land war, ist ausgebrannt wie Deutschland nach dem Dreißigjährigen Krieg«“ (SPIEGEL, S. 156).<br><br>Dem Conducator gelang es bis Herbst 1989, also kurz vor der sogenannten Revolution, die Rückführung der rumänischen Auslandsschulden. Auf einem amerikanisch-sowjetischen Gipfeltreffen vor Malta wurde beschloßen, daß Nicolae Ceauşescu zum Rücktritt gezwungen werden müsse . . .</p>
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